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Das Royal Ascot


Wer einmal beim nobelsten und bekanntesten Pferderennen der Welt live mit dabei sein möchte, der sollte zum jährlich stattfindenden Royal Ascot kommen.

Das populärste Pferderennen der Welt findet jährlich im Juni statt und ist ein Highlight für den Adel aus ganz Europa. Diese Dichte an royalen und blaublütigen Persönlichkeiten findet man sonst nur bei royalen Hochzeiten. Royal Ascot ist somit gekennzeichnet von extravaganten Hüten und schnellen Pferden.

Eröffnet wird das Pferdesportspektakel traditionell mit der sogenannten Royal Procession, der Kutschfahrt von Queen Elisabeth entlang der Rennstrecke, die im Anschluss dem “heiligen Rasen” seine königliche Weihe verleiht. Im Heurigen Jahr leisteten ihr dabei Prinz Charles mit seiner Camilla, Prinzessin Anne, Prinz Edward und seine Gattin Sophie sowie der neu vermählte Prinz Harry mit seiner Megan.

Queen Elisabeth fiebert bei den Rennen immer stets leidenschaftlich mit, denn am Rennen nehmen auch Pferde aus dem königlichen Stall teil. Es wird sogar gemunkeld, dass das Royal Ascot zu den jährlichen Lieblingsterminen der britischen Königin gehört. Sie hat seit 1945 kein einziges Ascot-Rennen versäumt.

Das Royal Ascot ist nicht nur für das britische Königshaus, sondern für ganz Großbrittannien einer der gesellschaftlichen Höhepunkte des Jahres. Nicht umsonst findet sich da alles, was in Großbritanniens Society Rang und Namen hat. Die Damen nutzen das Rennen als großes modisches Schaulaufen. Hüte sind für weibliche Besucher Pflicht und so findet unter der Damenwelt jährlich ein Wettrennen um die extravagantesten Kopfbedeckungen statt, die zum Teil sehr bizarre Formen annehmen.

Dennoch begann in den letzten Jahren die glamouröse Fassade des traditionellen Pferderennens stark zu bröckeln. Der Grund war, dass sich viele Zuschauer dem elitären Anlass nicht entsprechend kleideten. Frauen trugen zum Teil viel zu kurze Kleider, die dem noblen Ambiente von Ascot nicht entsprachen. Daher wurden in diesem Jahr an die Besucher des Pferderennens 100.000 Style Guides ausgesandt, die einerseits die Regeln und Kleidungsbeispiele zeigen, andererseits den Unterschied zwischen dem Royal Style Guide und dem weniger förmlichen Grundstandard Style Guide aufzeigten. So sind beispielsweise trägerlose Kleider oder jene mit zu dünnen Trägern verboten. Hingegen sollen Kleider und Röcke mindestens bis zu den Knien reichen. Bei Männern dürfen lange Krawatten nur in Verbindung mit Westen getragen werden.

Natürlich darf beim Royal Ascot auch das Nationalgetränk der Biten – Pimm’s – nicht fehlen. Wie bei den Engländern üblich, wird dabei leider manchmal etwas zu tief ins Glas geschaut, was die britische Klatschpresse immer wieder erfreut. Meist gibt es zahlreiche Bilder von “Alkoholleichen” in feinem Zwirn.

Das Event dauert eine ganze Woche, wobei der Acot Gold Cup der Höhepunkt des Rennens ist. Der Wettkampf führt über eine Strecke von 4.022 Metern und gehört zu den bedeutendsten Galopprennen Englands. Der Tag, an dem der Gold Cup stattfindet, gilt traditionell als Ladies Day, weil sich die weiblichen Besucher hier besonders herausputzen.

Das Spektakel beginnt täglich um 10:30 Uhr vormittags, wo sich die ersten Gäste am Rasen innerhalb der 6.000 Meter langen Grasrennbahn niederlassen. Oft wird der Renntag bei den Besuchern mit einem ausgelassenen Picknick am Rasen begonnen, bei dem natürlich Erdbeeren und Champagner nicht fehlen dürfen.

Um 14:00 Uhr zieht täglich die Kutsche der Queen mit ihrer Familie ein, es werden dabei britische Fahnen geschwenkt, während die Nationalhymne erklingt.

Erst dann beginnen die sechs Galopprennen, worauf die Briten eifrig wetten. Die Gewinner der wichtigsten Rennen bekommen von der Queen persönlich den Siegerpokal überreicht.

Gegen 18:00 Uhr endet jeder Ascot-Tag feuchtfröhlich, indem sich die Besucher rund um den kleinen Musikpavillon versammeln, wo die Militärband bekannte Hits, wie beispielsweise jene der Beatles, spielt.