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Polo Sport in Deutschland


 

Polo ist als royaler Sport bekannt, dennoch wird dieser elitäre Pferdesport auch hierzulande betrieben, von Menschen die nicht aus internationalen Königshäusern stammen. Da man für Polo aber auf jeden Fall das nötige Kleingeld braucht, muss man schon aus der richtigen Familie stammen, um sich diesen Sport leisten zu können.

Nicht zuletzt deswegen ist Polo in Deutschland auch eine Randsportart. Es gibt bundesweit lediglich 33 Clubs mit insgesamt rund 400 aktiven Spielern, wobei in den letzten Jahren die Zahl der aktiven Polospieler in Deutschland deutlich zugenommen hat.

Man sollte es nicht glauben, aber der älteste Polo-Club Europas befindet sich nicht im Vereinigten Königsreich, sondern ausgerechnet in Hamburg. Der Hamburger Polo Club wurde im Jahr 1898 gegründet, dennoch dominieren Saaten wie Großbritannien, die USA und Argentinien sowie andere südamerikanische Staaten den Polo-Sport.

Die Gründe dafür haben historische Wurzeln: Von den Kolonien wurden britische Offiziere stationiert, die das Spiel im Jahr 1859 zunächst nach England brachten, und von da aus wiederum wenige Jahre später nach Argentinien. Auf den argentinischen Rinderfarmen entwickelte sich Polo schnell zum Volkssport, kein Wunder also, dass das Land bereits fünf Mal den Weltmeistertitel gewann.

Auch im deutschen Polo-Gut Aspern hat Argentinien einen großen Einfluss. Dominik Kirsch, der als zweitbester deutscher Polospieler gilt und auf Gut Aspern lebt, verbringt selbst auch viel Zeit in Argentinien, aber auch argentinische Spieler wohnen immer wieder temporär auf seinem Gut. Die über 40 Pferde auf Gut Aspern werden ebenfalls von argentinischen Pferdepflegern trainiert.

Gegenüber dem traditionellen Reitsport ist Polo eine sehr kostenintensive Angelegenheit. Bereits Pferde der niedrigsten Spielklasse kosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro, in der mittleren Spielklasse sind es um die 20.000 Euro und in der obersten Spielklasse kosten Pferde über 25.000 Euro, nach oben hin gibt es kein Limit.

Pro Polospiel sind mindestens zwei Pferde notwendig, weil aus Tierschutzgründen von einem Pferd niemals zwei Chukkas (Spielzeit) hintereinander gespielt werden dürfen. In einem Polospiel gibt es insgesamt vier Chukkas.

Polo ist ein Mannschaftssport, bei dem die Pferde auf der Jagd nach dem Ball bis zu 60 Kilometer pro Stunde erreichen können, der Ball selber kann eine Geschwindigkeit von rund 200 km/h erreichen.

Die Polopferde werden rund drei Jahre lang ausgebildet und regelmäßig trainiert, ehe sie am Sport teilnehmen können. Oft werden von den Clubs dazu eigene Pferdepfleger angestellt.

Der Polosport fordert Reiter und Pferd viel ab. Die Pferde müssen sprint-, nervenstark und wendig sein. Außerdem müssen sie während der Ausbildung ein Spielverständnis entwickeln. Auch für Reiter reicht es nicht aus, nur fest im Sattel zu sitzen, sie müssen auch ihren Körper gut beherrschen können, um den Spielball im Galopp treffen zu können und dabei weder andere Mitspieler noch das Pferd zu verletzen. Auch Taktik spielt im Polosport eine große Rolle.

Ein guter Polospieler verfügt über drei bis sechs Pferde, auf internationaler Ebene sogar über acht Pferde. Das ist mit ein Grund, warum der Polosport für den Normalbürger meist nicht leistbar ist. Obendrein sind die Preisgelder sowohl in Deutschland als auch in Argentinien nicht hoch genug, um davon leben zu können.

Nicht zuletzt deshalb stehen hinter allen Polospielern, die den Sport in Deutschland auf deinem professionellen Niveau betreiben, Familien, die ebenfalls einen Polohintergrund haben und den Sport prolongieren. Die Meisten internationalen Polospieler sind Söhne von Polo-Spielern.

Wer als Laie den Sport trotzdem einmal ausprobieren möchte, kann dies am Gut Aspern tun. Für zehn Trainingseinheiten muss man rund 1.100 Euro hinblättern.